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ARCHIV 2003 – 2017

Buch-Empfehlung: „Am Fliessband“ von Upton Sinclair

Theodore Roosevelt prägte für den Pulitzer-Preisträger Sinclair und andere sozialkritische Autoren den Schimpfnamen „Muckraker“, Nestbeschmutzer, was ihn jedoch nicht daran hinderte, Sinclairs Argumente für seinen eigenen „Reformkurs“ zu nutzen.

Upton Sinclair (20.09.1878 – 25.11.1968) war ein sozialkritischer Schriftsteller, der ständig die sozialen Mißstände anprangerte. In seiner Novelle „Der Dschungel“ (The Jungle, 1905) beschäftigte er sich mit den Zuständen in der amerikanischen Fleischkonserven-Industrie in Chicago. Das öffentliche Aufsehen führte schließlich zu einem Gesetz über die Inspektion der Schlachthöfe zwecks Aufrechterhaltung der Hygiene und des Lohnniveaus, womit die Arbeitsbedingungen zeitweilig verbessert wurden.

In „Am Fliessband“ (The Flivver King, 1937) erzählt Sinclair die wahre Geschichte des Automobil-Königs Henry Ford und des Ford-Arbeiters Abner Shutt und seiner Familie. Es ist ein entlarvendes Bild, das Sinclair hier zeichnet. Es entlarvt die Mythen, die sich auch heute noch um den „guten Menschen“ Ford ranken, und es beweist die Richtigkeit so mancher „These“ von Karl Marx. Überrascht hat mich die Aktualität des Stoffes, so daß ich bereits mit dem Gedanken gespielt hatte, aktuelle Zitate heutiger Politiker und Ökonomen einzufügen. Doch ich denke, die Leser dieser Geschichte werden auch ohne diese die Übereinstimmungen der damaligen mit der heutigen Zeit erkennen.

Klaus Wallmann sen.

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