Ein Plagiat
Eine seltsame Sucht beherrscht die Arbeiter aller Länder, in denen die kapitalistische Zivilisation herrscht. Diese Sucht, die Einzel- und Massenelend zur Folge hat, quält die Menschheit seit über zwei Jahrhunderten. Diese Sucht ist die Liebe zur Arbeit, die Arbeitssucht. Statt gegen diese geistige Verirrung anzukämpfen, haben die Ökonomen, die Priester und Moralisten die Arbeit heiliggesprochen.
Und doch lehrt Christus in der Bergpredigt die Faulheit: „Sehet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen; sie arbeiten nicht, sie spinnen nicht, und doch sage ich Euch, daß Salomo in all seiner Pracht nicht herrlicher gekleidet war.“
Welches sind die Klassen, welche die Arbeit um der Arbeit willen lieben? Die Kleinbauern und Kleinbürger, die einen auf ihren Acker gebückt, die anderen ihren Geschäften hingegeben. Und auch das Proletariat, die große Klasse, die, indem sie sich befreit, die Menschheit von der knechtischen Arbeit befreien und aus dem menschlichen Tier ein freies Wesen machen wird, das Proletariat hat sich, seine Instinkte verleugnend und seine geschichtliche Aufgabe verkennend, vom Dogma der Arbeit verführen lassen. Alles individuelle und soziale Elend in unserer Gesellschaft entstammt seiner Leidenschaft für die Arbeit.
Der Segen der Arbeit?
Die Kinder der Französischen Revolution haben sich durch die Religion der Arbeit so weit herabwürdigen lassen, daß sie 1848 das Gesetz, welches die Arbeit in den Fabriken auf 12 Stunden täglich beschränkte, als eine revolutionäre Errungenschaft entgegennahmen; sie proklamierten das Recht auf Arbeit als ein revolutionäres Prinzip. Schande über die französischen Arbeiter! Nur Sklaven sind einer solchen Erniedrigung fähig. Und wenn die Leiden der Zwangsarbeit, die Foltern des Hungers, über das Proletariat hereingebrochen sind, zahlreicher als die Heuschrecken der Bibel, so haben sie sie selbst heraufbeschworen.
Und doch haben die bürgerlichen Ökonomen und Philosophen ekelerregende Loblieder auf den Gott Fortschritt, den ältesten Sohn der Arbeit, angestimmt. Sie werden nicht müde, den Arbeitern zuzurufen: Arbeitet, damit das BIP, der Nationalreichtum wächst! Arbeitet, arbeitet, vermehrt den gesellschaftlichen Reichtum und damit euer persönliches Elend. Arbeitet, arbeitet, um, immer ärmer geworden, noch mehr Ursache zu haben, zu arbeiten und elend zu sein. Das ist das unerbittliche Gesetz der kapitalistischen Produktion.
Dadurch, daß die Arbeiter den trügerischen Reden der Ökonomen Glauben schenken und Leib und Seele dem Laster Arbeit ausliefern, stürzen sie die ganze Gesellschaft in jene industriellen Krisen der Überproduktion, die den gesellschaflichen Organismus in Zuckungen versetzen. Dann werden wegen Überfluß an Waren und Mangel an Abnehmern die Werke geschlossen, die Arbeiter entlassen. Betört vom Dogma der Arbeit sehen die Arbeiter nicht ein, daß die Mehrarbeit, der sie sich in der Zeit des angeblichen Wohlstandes unterzogen haben, die Ursache ihres jetzigen Elends ist. Anstatt vor die Rathäuser zu ziehen und zu schreien: „Wir haben Hunger, wir wollen essen! … Allerdings haben wir keinen Euro-Cent, aber wenn wir auch Habenichtse sind, wir sind es gewesen, die das Korn eingebracht und die Trauben gelesen haben“;
statt in den Zeiten der Krise eine Verteilung der Produkte und allgemeine Belustigung zu verlangen, rennen sich die Arbeiter vor den Toren der Fabriken und der Arbeitsämter die Köpfe ein. Sie überlaufen die Fabrikanten mit kläglichen Forderungen: »Lieber Herr Meier, bester Herr Schneider, geben Sie uns doch Arbeit, es ist nicht die Not, die uns plagt, sondern die Liebe zur Arbeit!« – Und so verkaufen sich die Unbelehrbaren für mehr Stunden Arbeit um die Hälfte billiger als zu der Zeit, als sie noch Brot im Korb hatten. Und die ebenso unbelehrbaren kapitalistischen Menschenfreunde nutzen die Arbeitslosigkeit, um noch billiger zu produzieren.
Die Arbeiter müssen die Vorurteile der christlichen, ökonomischen und liberalen Moral mit Füßen treten; sie müssen zu ihren natürlichen Instinkten zurückkehren, müssen die Faulheitsrechte ausrufen; sie müssen sich zwingen, nicht mehr als drei Stunden täglich zu arbeiten, um den Rest des Tages und der Nacht müßig zu gehen und der Spaßgesellschaft zu leben.
Aber die Arbeiter zu überzeugen, daß die zügellose Arbeit, die schrecklichste Geißel ist, welche je die Menschheit getroffen, daß die Arbeit erst dann eine Würze der Vergnügungen der Faulheit, eine nützliche Leidenschaft sein wird, wenn sie klug geregelt und auf ein Maximum von drei Stunden täglich beschränkt wird – das ist eine Aufgabe, die nur Ärzte, Fachleute für Gesundheitsvorsorge und kommunistische Ökonomen unternehmen können. Ich werde mich in den noch folgenden Zeilen auf den Nachweis beschränken, daß angesichts der modernen Produktionsmittel und ihrer unbegrenzten Vervielfältigungsmöglichkeiten die übertriebene Leidenschaft der Arbeiter für die Arbeit gebändigt und es ihnen zur Pflicht gemacht werden muß, die Waren, die sie produzieren, auch zu verbrauchen.
Was der Überproduktion folgt
Die blinde, perverse und mörderische Arbeitssucht hat die Maschine aus einem Befreiungsinstrument in ein Instrument zur Knechtung freier Menschen umgewandelt: die Produktionskraft der Maschine verarmt die Menschen. Je mehr sich die Maschine vervollkommnet und mit beständig wachsender Schnelligkeit und Präzision die menschliche Arbeit verdrängt, verdoppelt der Arbeiter noch seine Anstrengungen, anstatt seine Ruhe entsprechend zu vermehren, als wollte er mit den Maschinen wetteifern. Alberne und mörderische Konkurrenz!
Um der Konkurrenz zwischen Mensch und Maschine freie Bahn zu verschaffen, haben die Proletarier die weisen Gesetze, welche die Arbeit der Handwerker der alten Zünfte beschränkten, abgeschafft, die Feiertage unterdrückt.
Da sich die Arbeiterklasse in ihrer Einfalt den Kopf hat verdrehen lassen und sich blindlings in Arbeit und Enthaltsamkeit gestürzt hat, so sieht sich auf der anderen Seite die Kapitalistenklasse zu erzwungener Faulheit, zur Unproduktivität und Überkonsum verurteilt. Und wenn die Überarbeit des Arbeiters seinen Körper abrackert und seine Nerven zerrüttet, so bringt sie dem Kapitalisten nicht weniger Leiden.
Die Enthaltsamkeit, zu welcher sich die produktive Klasse hat verurteilen lassen, macht es den Kapitalisten zur Pflicht, sich der Überkonsumtion der zuviel verfertigten Produkte zu widmen. Zu Anfang der kapitalistischen Produktion, war der Kapitalist noch ein ordentlicher Mann mit vernünftigen und friedlichen Sitten: er begnügte sich mit einer Frau, meistens, er trank nur, wenn er Durst, und aß nur, wenn er Hunger hatte.
Um nun ihrer doppelten gesellschaftlichen Funktion als Nichtproduzent und Überkonsument nachzukommen, mußten die Kapitalisten nicht nur ihren bescheidenen Bedürfnissen Zwang antun, sich die auch ihr zur Gewohnheit gewordene natürliche Arbeitsamkeit abgewöhnen. Die Arbeiterklasse hat sie zu Überkonsum verdammt.
Um sich diese mühselige Arbeit zu erleichtern, haben die Kapitalisten eine Masse Leute von der Arbeiterklasse abgezogen und sie zur Dienerschaft und damit zur Unproduktivität und Überkonsum verpflichtet. Aber so groß dieses Heer von unnützen Mäulern, so unersättlich seine Konsum auch ist, es reicht immer noch nicht, um alle Waren zu konsumieren, welche die durch das Dogma von der Arbeit verdummten Arbeiter wie Besessene erzeugen, ohne sie konsumieren zu wollen, ohne sich darum zu kümmern, ob sich überhaupt Leute finden, die sie konsumieren.
Und so besteht, angesichts der doppelten Verrücktheit der Arbeiter, sich durch Überarbeit umzubringen und in Entbehrungen dahinzuvegetieren, das große Problem der kapitalistischen Produktion nicht darin, Produzenten zu finden und ihre Kräfte zu verzehnfachen, sondern Konsumenten zu entdecken, ihren Appetit zu reizen und bei ihnen künstliche Bedürfnisse zu wecken.
Und da die europäischen Arbeiter, sich weigern, die Stoffe, die sie weben, zu tragen, den Wein, den sie ernten, zu trinken, so sehen sich die Fabrikanten genötigt, in ferne Länder zu exportieren und dort Leute zu suchen, die ihre Produkte konsumieren.
Aber alles das reicht nicht: die Kapitalisten, die Dienstbotenklasse, die zahlreicher ist als die produktive Klasse, fremde Völker, die man mit europäischen Waren vollstopft – nichts, nichts vermag die Berge der Produktion zu erschöpfen, die sich höher und gewaltiger als die Pyramiden Ägyptens auftürmen: die Produktivität der europäischen Arbeiter trotzt allem Konsum, aller Verschleuderung.
Und doch, trotz aller Überproduktion überfüllen die Arbeiter in unzählbarer Menge den Markt und rufen flehendlich: Arbeit! Arbeit! Ihre Überzahl müßte sie klugerweise veranlassen, ihre zerstörerische Leidenschaft zu zügeln – doch das Gegenteil ist der Fall. Wo sich nur Aussicht auf Arbeit bietet, darauf stürzen sie sich.
Wenn nun das Arbeitslaster im Herzen der Arbeiter so teuflisch eingewurzelt scheint, wenn es alle anderen natürlichen Instinkte erstickt, und wenn andererseits die von der Gesellschaft erforderte Arbeitsmenge notwendigerweise durch den Konsum und die Menge der Rohstoffe begrenzt ist, warum in sechs Monaten die Arbeit des ganzen Jahres verschlingen? Warum sie nicht lieber gleichmäßig auf die zwölf Monate verteilen, und jeden Arbeiter zwingen, sich das Jahr über täglich mit fünf oder vier Stunden zu begnügen, anstatt sich während sechs Monaten mit täglich acht Stunden den Magen zu verderben? Wenn ihnen ihr täglicher Arbeitsanteil gesichert ist, werden die Arbeiter anfangen, die Tugenden der Faulheit zu üben.
Was die Arbeiter, verdummt durch ihr Laster, nicht einsehen wollen: man muß, um Arbeit für alle zu haben, sie rationieren wie Wasser auf einem Schiff in Not. Das haben sogar Industrielle im Interesse der kapitalistischen Ausbeutung selbst verlangt: eine gesetzliche Einschränkung der Arbeitszeit. Bereits im Jahre 1860 erklärte einer der größten Fabrikanten des Elsaß vor der gewerblichen Unterrichtskommision, daß „die Arbeit von 12 Stunden übermäßig ist und auf elf Stunden reduziert werden, daß sonnabends die Arbeit um zwei Uhr aufhören sollte. Ich empfehle diese Maßregel, obwohl sie auf den ersten Blick zu teuer scheint, wir haben sie in unseren Fabriken seit vier Jahren versucht und stehen uns gut dabei; die Durchschnittsproduktion ist gestiegen, anstatt zu fallen.“
In seiner Studie „Die Maschinen“ zitiert Herr F. Passy aus dem Brief eines belgischen Großindustriellen: „Obwohl unsere Maschinen dieselben sind wie die der englischen Spinnereien, produzieren sie doch nicht so viel … wie dieselben Maschinen in England produzieren, trotzdem dort täglich zwei Stunden weniger gearbeitet wird … Wir arbeiten zwei volle Stunden zuviel; ich bin überzeugt, daß wenn wir statt 13 Stunden nur elf arbeiteten, wir ebenso viel und infolgedessen wirtschaftlicher produzieren würden.“
Ein anderer großer belgischer Fabrikant hatte bereits damals die Beobachtung gemacht hat, daß die Wochen, in welche ein Feiertag fällt, „keine geringere Produktion aufweisen als die gewöhnlichen Wochen.“
Die große Erfahrungen der Industrie-Nationen liegen vor, die Erfahrungen intelligenter Kapitalisten liegen vor: sie beweisen unwiderlegbar, daß, um die menschliche Produktion zu steigern, man die Arbeitszeit herabsetzen und die Zahl der bezahlten Feiertage vermehren muß, doch niemand sieht es ein. Können die Arbeiter denn nicht begreifen, daß dadurch, daß sie nicht mehr Mensch sind, sondern menschliche Wracks, daß sie alle schönen Anlagen in sich abtöten, nur der rasenden Arbeitssucht zuliebe? Wie Papageien plappern sie die Lektionen der Ökonomen nach: Arbeiten wir, arbeiten wir, um den Nationalreichtum zu vermehren! Ihr Narren! Eben weil ihr zuviel arbeitet, entwickelt sich die industrielle Technik zu langsam. Um die Kapitalisten zu zwingen, ihre Maschinen aus Stahl zu vervollkommnen, muß man die Löhne der Maschinen aus Fleisch und Blut erhöhen und die Arbeitszeit derselben verringern.
Eine neue Lehre
Wenn die Verkürzung der Arbeitszeit der gesellschaftlichen Produktion neue maschinelle Kräfte zuführt, so wird die Verpflichtung der Arbeiter, ihre Produkte auch zu verzehren, eine enorme Vermehrung der Arbeitskräfte zur Folge haben. Die von ihrer Aufgabe, Allerweltsverbraucher zu sein, erlösten Kapitalisten werden nämlich schnellstens eine Menge von Soldaten, Beamten, Dienern, usw. freigeben. Infolgedessen wird der Arbeitsmarkt so überfüllt sein, daß man ein Eisernes Gesetz haben muß, das die Arbeit verbietet; es wird unmöglich sein, für diesen Schwarm bisher unproduktiver Menschen Verwendung zu finden.
Um für alle Nichtsnutze der heutigen Gesellschaft Arbeit zu finden, und die immer weitere Vervollkommnung der Arbeitsmittel zu fördern, werden die Arbeiter ihrem Hang zur Enthaltsamkeit, gleich dem der Kapitalisten, Gewalt antun und ihre Konsumfähigkeit unbegrenzt steigern müssen. Anstatt nur ein-, zweimal die Woche Fleisch zu essen, werden sie täglich saftige Beefsteaks von ein oder zwei Pfund essen; statt katholischer als der Papst bescheiden einen schlechten Wein zu trinken, werden sie aus großen Gläsern Bordeaux und Burgunder trinken, und das Wasser dem Vieh überlassen.
Die Arbeiter haben sich in den Kopf gesetzt, den Kapitalisten zehn Stunden Schmiede oder Raffinerie aufzuerlegen – das ist der große Fehler, die Ursache der sozialen Gegensätze und der Bürgerkriege. Nicht auferlegen, verbieten muß man die Arbeit. Die großen Kapitalisten werden verpflichtet, den Beweis zu liefern, daß sie ihr ganzes Leben lang vollkommene Nichtstuer gewesen sind; und wenn sie versprechen, trotz des allgemeinen Zuges zur Arbeit, als vollkommene Nichtstuer weiterzumachen, so erhalten jeden Morgen auf dem zuständigen Rathaus einen 20-Euro-Schein als Taschengeld. Die gesellschaftliche Zwietracht verschwindet. Die Kapitalisten werden so die allerersten sein, die sich zur Partei des Volkes schlagen, wenn sie einmal überzeugt sind, daß man ihnen nichts Böses will, sondern im Gegenteil sie von der Arbeit, Überkonsument und Vergeuder zu sein, befreien will, mit der sie seit ihrer Geburt belastet sind. Diejenigen Kapitalisten, die nicht in der Lage sind, ihren Titel als Nichtsnutz nachzuweisen, wird man ihren Instinkten nachgehen lassen: es gibt genügend abstoßende Berufe, um sie unterzubringen.
Aber bittere und lange Rache wird man an den Moralisten nehmen, welche die menschliche Natur verdreht haben, an den Betbrüdern, Heuchlern, Scheinheiligen und Ökonomen. Viermal im Jahr, immer beim Wechsel der Jahreszeiten, wird man sie in Tretmühlen zehn Stunden lang Wind mahlen lassen. Die gleiche Strafe wird über Advokaten und Rechtsgelehrte verhängt.
Um die Zeit totzuschlagen, wird man im Reich der Faulheit ständig Schauspiele und Theateraufführungen veranstalten – gefundene Arbeit für unsere bürgerlichen Gesetzgeber.
Wie Christus, die leidende Verkörperung der Sklaverei des Altertums, erklimmt unser Proletariat, Männer, Frauen und Kinder, seit Jahrhunderten den harten Kalvarienberg der Leiden…
O Faulheit, erbarme Du Dich des unendlichen Elends!
Anmerkung
Unsere Moralisten sind sehr bescheidene Leute. Wenn sie auch das Dogma der Arbeit erfunden haben, so waren sie sich doch über den Einfluß desselben auf die Beruhigung der Seele, die Erheiterung des Geistes und die gesunde Funktion der menschlichen Organe nicht ganz im Klaren: sie wollen die Sache erst einmal bei der Volksmasse probieren, das Experiment erst in anima vili (bei einem niederen Tier) machen, ehe sie es gegen die Kapitalisten kehren, deren Laster sie zu entschuldigen und gutzuheißen haben.
Ihr billigen Philosophen, warum denn euer Hirn so quälen, eine Moral auszutüfteln, deren Befolgung ihr euern Brötchengebern nicht zu raten wagt? Wollt ihr euer Dogma von der Arbeit, auf das ihr so stolz seid, verhöhnt, verdammt sehen? So schlagt die Geschichte der alten Völker, die Schriften ihrer Philosophen und ihrer Gesetzgeber nach.
Herodot, Plato, Xenophon, Cicero, Aristoteles, Plutarch – die alten Philosophen stritten sich zwar über den Ursprung der Ideen, aber sie waren sich einig, wenn es galt, die Arbeit zu verabscheuen. Arbeiter, die man durch das Dogma der Arbeit verdummt hat, hört ihr die Sprache dieser Philosophen, die man euch mit eifersüchtiger Sorge verbirgt? Ein Bürger, der seine Arbeit für Geld hergibt, erniedrigt sich zum Rang eines Sklaven; er begeht ein Verbrechen, das jahrelanges Gefängnis verdient.
Aber, werden die Konsorten der christlichen und kapitalistischen Moral antworten, diese Denker, diese Philosophen, predigten die Sklaverei. Ganz richtig, aber lobpreisen nicht die Moralisten und Wirtschaftsexperten des Kapitalismus die moderne Sklaverei, das Lohnsystem? Und was sind es für Leute, denen der kapitalistische Sklave Muße verschafft? Unnütze und schädliche Schmarotzer, Sklaven ihrer Laster und ihrer Dienstboten.
(Das Original dieses von mir bearbeiteten Aufsatzes ist über 150 Jahre alt.)
Klaus Wallmann sen.