Das Studio Siegen des WDR berichtet über das gute Geschäftsjahr des Autozulieferers Hella in Lippstadt, Südwestfalens größtem Arbeit“geber“. Elf Prozent mehr Umsatz, Gewinn vor Steuern: 340 Millionen Euro.
Die schlechte Nachricht ist für die, die den Gewinn geschaffen haben. Jeder siebte der 5.500 Kollegen ist schlicht überflüssig. 150 sind schon gegangen worden. Bis Ende 2016 sollen es 760 sein. Um das zu finanzieren macht das Unternehmen mal eben 50 Millionen Euro locker – dank der auf Ausbeutung beruhenden Gewinne kann man sich das eben leisten.
Den verbleibenden Gewinn steckt man derweil in den Neubau von Werken in Asien und Amerika, wo man auch wieder Arbeit“nehmer“ einstellt. „Die Geschäftsleitung argumentiert, man müsse Scheinwerfer und Elektronikteile dort herstellen, wo die Autos gebaut und verkauft werden – und wo die Löhne niedriger sind.“
Das ist völlig richtig, entspricht es doch den objektiven kapitalistischen Gesetzmäßigkeiten, denen die Unternehmensführung folgen muß, wenn das Unternehmen nicht untergehen soll. Ihm geht es nicht um die Produkte, die es herstellt, sondern um den Profit, den man mit diesen erzielen kann. Ihm geht es auch nicht um die Belegschaft und deren Wohlergehen. Auch die Kollegen sind wie die Produkte nur eine Ware, mit der Profit realisiert wird. Sie sind Mittel zum Zweck.
„Die Bourgeoisie, wo sie zur Herrschaft gekommen, hat alle feudalen, patriarchalischen, idyllischen Verhältnisse zerstört. Sie hat die buntscheckigen Feudalbande, die den Menschen an seinen natürlichen Vorgesetzten knüpften, unbarmherzig zerrissen und kein anderes Band zwischen Mensch und Mensch übriggelassen als das nackte Interesse, als die gefühllose ‚bare Zahlung‘. … Sie hat die persönliche Würde in den Tauschwert aufgelöst und an die Stelle der zahllosen verbrieften und wohlerworbenen Freiheiten die eine gewissenlose Handelsfreiheit gesetzt. Sie hat, mit einem Wort, an die Stelle der mit religiösen und politischen Illusionen verhüllten Ausbeutung die offene, unverschämte, direkte, dürre Ausbeutung gesetzt.
Die Bourgeoisie hat alle bisher ehrwürdigen und mit frommer Scheu betrachteten Tätigkeiten ihres Heiligenscheins entkleidet. Sie hat den Arzt, den Juristen, den Pfaffen, den Poeten, den Mann der Wissenschaft in ihre bezahlten Lohnarbeiter verwandelt.“ (Marx/Engels, Manifest der Kommunistischen Partei, MEW, Bd.4, Hervorhebung durch rz)
Am Ende ihrer Schrift nennen Marx und Engels auch das Mittel zum Zweck der Arbeiterklasse, den „gewaltsamen Umsturz aller bisherigen Gesellschaftsordnung“. Wer darüber nicht reden will, der sollte die den objektiven Gesetzmäßigkeiten unterliegenden Kapitalisten nicht schelten. Solange die Eigentumsverhältnisse kapitalistische sind, solange müssen sie tun, was sie tun.
Klaus Wallmann sen.