Laut Aussagen der schwarz-„roten“ Monopolregierung, die damit auf eine Anfrage der LINKE-Fraktion im Bundestag antwortete, ist es völlig rechtens, daß Hartz-IV-Bezieher mit 63 Jahren in Frührente gezwungen werden, inklusive der daraus resultierenden anhaltenden Abzüge. Gehen sie nicht freiwillig, beantragt freundlicherweise das sogenannte Jobcenter diese „vorgezogene Altersrente“. 2013 flogen auf diese Weise bereits ca. 28.000 63-jährige Hartz-IV-Bezieher statistikfreundlich aus dem System raus.
Matthias Birkwald, rentenpolitischer Sprecher der LINKE, vermutet, „daß viele von ihnen zwangsverrentet wurden“. Weiter erklärte er: „Die Bundesregierung legt auf unsere Kleine Anfrage erstmals widerwillig Zahlen vor, die das Ausmaß dieser skandalösen Praxis erkennen lassen. Ändern will sie an diesem massiven Eingriff in die Persönlichkeitsrechte nichts …
Die Zwangsverrentung ist nichts anderes als ein gigantisches Rentenkürzungsprogramm. Eine erzwungene Frühverrentung bedeutet Abschläge auf die Rentenleistungen in Höhe von 0,3 Prozentpunkten pro Monat auf Rentenleistungen bis zum Lebensende. Die Renten werden auf Dauer bis zu 14,4 Prozent gekürzt, wenn die Rente erst ab 67 voll greift. Das ist völlig schizophren: Mit der Rente ab 63 bzw. 65 will die große Koalition den Zugang für Menschen, die 45 Jahre versichert waren, abschlagsfrei ermöglichen, gleichzeitig werden Hartz-IV-Bezieher mit horrenden Abschlägen in die vorzeitige Rente gezwungen. Das ist nicht zu rechtfertigen. Zwangsverrentungen müssen abgeschafft werden …“
Für 2014 rechnet man mit etwa 65.000, 2015 mit 75.000 Zwangsverrenteten. Auch das zeigt, was die herrschende Klasse unter „Freiheit“ versteht.
Klaus Wallmann sen.